Chemische Signaturen in Maiskolben der Chincha-Kultur sprechen für intensive Guano-Nutzung. Der Seevogelkot war wohl ein wichtiger Faktor für Überschüsse, Handel und überregionalen Einfluss.
von Thomas Bergmayr.
Wer an die Schätze der alten Kulturen Südamerikas denkt, hat meist glänzendes Gold und feine Silberarbeiten vor Augen. Doch für das Volk der Chincha, das zwischen 1000 und 1400 unserer Zeitrechnung eines der wohlhabendsten Reiche an der peruanischen Pazifikküste errichtete, lag das wahre Gold in einer weit weniger glamourösen Substanz: Seevogelkot. Die nur scheinbar banalen Exkremente waren vor 800 Jahren der Treibstoff für eine landwirtschaftliche Revolution in einer der trockensten Regionen der Erde.
Eine nun im Fachjournal Plos One veröffentlichte multidisziplinäre Studie offenbart, dass die Vertreter der Chincha-Kultur den nährstoffreichen Dünger spätestens ab dem Jahr 1250 gezielt einsetzten, um ihre Maiserträge zu maximieren. Mehr erfahren…
