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Geotop des Monats September 2022

Randecker Maar


Randecker Maar

Das Randecker Maar südöstlich von Ochsenwang ist Teil des Urach-Kirchheimer Vulkangebiets und das größte vulkanische Objekt der Schwäbischen Alb. Das kreisrunde Maar mit rund 1,2 km Durchmesser entstand durch eine phreato-magmatische Explosion im Miozän.

Der über der Schlotfüllung entstandene Maarsee hinterließ mächtige laminierte Seesedimente mit großem Fossilreichtum. Vorkommen von Dysodil („Blätterkohle“) bezeugen teilweise anoxische Bedingungen am Grunde des Sees. Zahlreiche sehr gut erhaltene Fossilien von Pflanzen, Wasser- und Landtieren ermöglichten die Rekonstruktion der subtropischen Flora und Fauna des Mittelmiozäns.  Über Funde von fossilen Kleinsäugern wurde das Alter des Randecker Maars auf 15 bis 17 Millionen Jahre datiert.

Das Maar liegt nahe am Albtrauf, dem nordwestlichen Steilabbruch der Albtafel, und wurde durch dessen erosive Rückversetzung im Laufe von Jahrmillionen angeschnitten. Die sich nun nach Norden öffnende Struktur wurde durch den aus mehreren Quellen entspringenden Zipfelbach entwässert und die Seesedimente weitgehend ausgeräumt. An seinem Oberlauf sind lokal gefaltete Dysodile und Basalttuffe aufgeschlossen.

Große, vom ehemaligen Kraterrand abgerutschte Blöcke aus Massekalken, treten heute gut sichtbar an den Hängen der Hohlform hervor.

Die Auszeichnung als Nationaler Geotop zeigt die Bedeutung des Randecker Maars als wichtige geologische Struktur, außergewöhnlichen Fossilienfundort und landschaftsprägende geomorphologische Einheit.

 

Weiterführende Literatur

Geyer,O.F. & Gwinner, M.P. (1987): Die Schwäbische Alb und ihr Vorland. Sammlung geologischer Führer, Bd. 67, 275 S., 36 Abb., 14 Taf.; Berlin.

Huth,T.& Junker,B. (2006):  Geotouristische Karte von Baden-Württemberg 1 : 200.000 – Südost; Erläuterungen mit 546 S., 324 Abb., 1 Kt.; Freiburg i. Br.

Schweigert, G (1998): Das Randecker Maar – Ein fossiler Kratersee im Albtrauf. Heft 43, Serie C, Staatliches Museum für Naturkunde, Stuttgart

Enkelmann,R. & Krämer,R. (2020): Geotope im Landkreis Esslingen -Zeugen der Erdgeschichte. GO Verlag, Kirchheim unter Teck

Bild: © Reiner Enkelmann

 

Details

Bundesland
Baden-Württemberg
Landkreis
Esslingen
Ort
Gemarkung Ochsenwang, Bissingen an der Teck