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Geotop des Monats August 2022

Basaltsäulen im Kromlauer Park


Der Kromlauer Park ist in seiner heutigen Form mit einer Fläche von etwa 160 ha einer der größten Rhododendronparke Deutschlands. Seine gartenkünstlerische Gestaltung begann mit dem Kauf des Rittergutes Kromlau im Jahr 1842 durch Hermann Friedrich Roetschke. Nachdem zunächst verschiedene Gehölze, darunter Tulpenbäume, Edelkastanien, Rotbuchen und Roteichen zur Gestaltung des Parks verpflanzt wurden, entwickelte sich zum ausgehenden 19. Jahrhundert eine teilweise gärtnerische Nutzung zum Anbau von Rhododendron.

Neben dem außergewöhnlich reichen Bestand an Gehölzen ist der Park vor allem durch einzigartige Bauten aus Basaltgestein, allen voran der Rakotzbrücke überregional bekannt. Detaillierte Zählungen und Berechnungen ergaben, dass in der Bauphase von 1869–1882 insgesamt knapp 115 m³ Basaltgestein an mindestens 16 Orten zu gestalterischen Zwecken im Park verbaut wurden. Dabei können fünf verschiedene Basaltsteintypen unterschieden werden:

  • Dünne Basaltsäulen mit ca. 14-18 cm Durchmesser und typerweise 30-50 cm und 200 cm Länge.
  • Straßenpflaster aus dünnen Basaltsäulen.
  • Dicke Basaltsäulen (30 x 40 cm Durchmesser) mit einer Länge von 70-200 cm.
  • Wollsackartige Verwitterungsformen ohne Säulengeometrie.
  • Kantige Basaltbruchstücke.

Da in der näheren Umgebung jedoch keine Basaltvorkommen bekannt sind, stellt sich die Frage nach der Herkunft dieser Gesteine. Die nächsten Basaltsteinbrüche befinden sich in der Oberlausitz. Chemisch-petrographischen Untersuchungen zufolge handelt es sich bei den dicken Säulen um wenig alterierte Olivin Basalte (TAS-Klassifikation: Basanit-Basalt-Trachybasalt), wohingegen die dünnen Säulen einem stärker alterierten Olivinbasalt (TAS-Klassifikation: Basanit) entsprechen. Beide Gesteine sind durch eine porphyrische Textur mit Einsprenglingen von zoniertem augitischen bis diopsitischen Klinopyroxen und Olivin charakterisiert. Archivmaterial und daraus hervorgehende historische Aufzeichnungen von angrenzenden Basaltvorkommen zeigen in erster Näherung auffallende Ähnlichkeiten zwischen den Kromlauer Basalten und dem anstehenden Gestein eines ehemaligen Steinbruchs in Ostritz (Sachsen). Aufgrund der großen chemischen Homogenität vieler Gesteine des Lausitzer und Nordböhmischen Basaltgebietes ist eine genauere örtliche Zuordnung nicht möglich.

Weiterführende Literatur

Lapp, M., et al. (2007). „Über die Herkunft der Basaltsäulen im Kromlauer Park“ Tagungsband zum 6. Geopark-Treffen in Bad Muskau 2007: 31-35.

Details

Bundesland
Sachsen
Landkreis
Görlitz
Ort
Gablenz OT Kromlau