30 Geotope 3D

Deutschlands schönste Geotope

Eine Aktion zum 175-jährigen Bestehen der DGGV

Die Deutsche Geologische Gesellschaft – Geologische Vereinigung e. V. (DGGV) ist eine der ältesten Wissenschaftsorganisationen Deutschlands. Zu ihren Gründungsmitgliedern zählten im Jahr 1848 unter anderem Alexander von Humboldt und Leopold von Buch. Anlässlich des 175-jährigen Bestehens der Deutschen Geologischen Gesellschaft und ihrer Nachfolgeorganisationen im Jahr 2023 haben wir das Projekt 30 Geotope3 initiiert. Im Rahmen des Projektes soll verdeutlicht werden, dass Aufschlüsse die primären Informationsquellen in der Geologie sind und wie diese mit modernen Methoden dokumentiert werden können. Es gelingt der Brückenschlag von der klassischen zur modernen Geologie.

Das Projekt 30 Geotope3 will die optisch ansprechendsten und wissenschaftshistorisch bedeutendsten Aufschlüsse Deutschlands dokumentieren. Der Fokus liegt dabei auf der digitalen und dreidimensionalen Aufnahme. Die Aufschlüsse werden mit Hilfe von Kameras (inklusive Drohnen und 360 Grad-Kameras), durch den Einsatz von Laserscannern und d-GPS georeferenziert erfasst. Die Präsentation der einzelnen Orte erfolgt monatlich ab Februar 2021 auf der Projektwebseite www.digitalgeology.de. Alle im Rahmen des Projektes aufgenommen Daten werden frei zugänglich zur Verfügung gestellt. Es wird spannende Einblicke in Geotope und Aufschlüsse unterschiedlichster Art geben mit hochaufgelösten 3D-Modellen und digitalen Fahrten durch alte Bergwerke. Ein begleitender Text erklärt jeweils die geologischen Besonderheiten und die Entstehungsgeschichte und gegebenenfalls auch den historischen Nutzen durch die Bevölkerung.

Das Projekt bindet viele geowissenschaftliche Institutionen, wie Geoparks, geologische Landesämter und Hochschulen ein und ist damit standortübergreifend.

Die Reise zu Deutschlands schönsten Geotopen hat begonnen...

September 2022

Die "Lange Wand"

Die „Lange Wand“ bei Ilfeld gleicht einem Fenster in die Erdgeschichte: Vom Ilfelder Porphyrit (280 Mio. J.) über den Kupferschiefer bis zum Zechsteinkalk (250 Mio. J.). Im gleichnamigen Bergwerk wurde seit dem 16 Jh. u.a. der Kupferschiefer abgebaut. Hier kann man neben versch. Erzen auch Fischfossilien bewundern, die sog. Kupferschiefer-Heringe. #30Geotope

@DeutscheGeologischeGesellschaft.de @GeoparkHBLO @Regionalverband-Harz-e-V-357168027766146

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Das Blaueis

August 2022

Das Blaueis ist der nördlichste Gletscher der Alpen. Von den fünf (Stand: August 2022) verbleibenden deutschen Gletschern ist es der am niedrigsten gelegene und steilste. Er verdankt seine Existenz der nordexponierten Lage zwischen den Felswänden unterhalb des Kleinkalters und der Blaueisspitze, die ihn beschatten und …

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Die Erstbesteigung des Hochkalters über das Blaueis gelang dem Salzburger Professor Eduard Richter mit seinem Bergführer Kederbach im Jahr 1874. Der Berg war damals noch 50-100 m höher als heute, denn der gesamte Gipfelaufbau stürzte am 24. August 1908 in einem gewaltigen Felssturz zu Tal. Dieses Ereignis, bei dem etwa 240000 m³ Fels bewegt wurden, war weithin hör- und sichtbar, in der Ramsau sogar als Erdbeben spürbar.

Die Geschichte der Vermessung geht zurück bis in die 1880er Jahre, als die erste Alpenvereinskarte des Gebiets im Maßstab 1:25000, der “Topographische Plan vom Watzmann und Umgebung”, erschien.

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30geotope_Blaueis
Zwölf Apostel 30 Geotope 3D Juli

Die 12 Apostel

Juli 2022

Östlich von #Solnhofen befindet sich das Nächste der #30Geotope : Die #ZwölfApostel im #Altmühltal sind aus Schwamm-Algen-Kalken aufgebaute, durch Klüftung und Erosion freistehende, Felsen und stellen die Reste eines Riffsaums im tropischen Jurameer dar. Mehr Infos & das 3D-Modell unter https://digitalgeology.de

@DeutscheGeologischeGesellschaft.de @Altmühltal

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Der Heeseberg

Juni 2022

Ungefähr 25 km südwestlich von Braunschweig erhebt sich der 200 m hohe Heeseberg über das nördliche Harzvorland. Er liegt in der südöstlichen Verlängerung der Asse und gehört geologisch zur Asse-Heeseberg-Struktur, ein schmaler, langgezogener Faltensattel, der in seinem Zentrum einen Salzstock enthält (Abb. 1). Im ehemaligen Salzbergwerk Asse wurden über viele Jahre die Salze des Zechsteins abgebaut. Heute ist es durch die seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgte Einlagerung von schwach radioaktivem Abfall bundesweit bekannt. …

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Am Heeseberg tritt die Nordostflanke der Sattelstruktur zutage, die Südwestflanke ist unter tertiären und quartären Ablagerungen verborgen. Die Sattelstruktur entstand bereits während der Jura- und Kreidezeit vor etwa 140 Millionen Jahren, als die im Untergrund lagernden Zechsteinsalze in Schwächezonen des Deckgebirges aufstiegen und die darüber lagernden Schichten aufwölbten. Dabei wurden auch die vor rund 250 Millionen Jahren entstandenen Ablagerungen der Buntsandsteinzeit emporgehoben. Sie sind heute am Hesseberg in einigen aufgelassenen Steinbrüchen zu sehen.

Die Aufschlüsse am Heeseberg zeigen in eindrucksvoller Weise die Rogensteine aus dem oberen Teil der Bernburg-Formation, die zum Unteren Buntsandstein gehört (Paul in Hauschke et al. 1998, Voigt et l., 2011, Röhling 2013, Käsbohrer & Kuss 2019) und in denen sich viele „blumenkohlartig“ aussehende Stromatolithe befinden.

Beim Rogenstein, der über viele Jahrhunderte ein wichtiger Baustein im Braunschweiger Land war, handelt es sich um einen typischen Oolith. Ein Oolith besteht zum größten Teil aus sogenannten Ooiden, das sind normalerweise 1-2 mm große rundliche Gebilde, die sich in bewegtem Wasser als Ausfällungen um Kristallisationskeime herum bilden (Abb. 2). Solche Ooide mit ihrem konzentrischen Aufbau (Abb. 3) entstehen auch heute noch im Rhythmus des Wellenschlags in Flachwasser-Bereichen warmer Meere, sie sind aber auch aus übersalzenen Seen bekannt. Als Kristallisationskeime für die Ooide dienen kleine Partikel aus Fremdmaterial, z.B. winzige Schalenbruchstücke oder kleine Sandkörner. In warmem Wasser kommt es leicht zur Übersättigung an Karbonaten, so dass es dann bei fortschreitender Verdunstung zur Ausfällung von Aragonit (CaCO3) oder Magnesium-Kalzit kommt (Kalkowsky 1908). Im Rogenstein können die einzelnen Ooide Größen bis zu 10 Millimeter Durchmesser erreichen. Sie gehören damit zu den größten bekannten Ooiden (z. B. Paul 1999).

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Heeseberg 30 Geotope 3D
UNICA Steinbruch Modell

Der UNICA Steinbruch

Mai 2022

Der UNICA-Bruch liegt im GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus. In dem benachbarten Lahn-Marmor-Museum befindet sich eines der GeoInformationszentren. Geboren aus Feuer und Wasser von Bernold Feuerstein, Lahn-Marmor-Museum Villmar Unruhige Erde: Plattentektonik Unser Planet ist im Inneren schalenförmig aufgebaut. Dabei nehmen Dichte und Temperatur von außen nach innen zu. …

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Unser Planet ist im Inneren schalenförmig aufgebaut. Dabei nehmen Dichte und Temperatur von außen nach innen zu. Im inneren Kern wird sie auf 6000 Grad geschätzt. Der innere (feste) und äußere (flüssige) Kern besteht aus Eisen und Nickel. Der Erdmantel (bis 2900 km Tiefe) ist fest, aber zähplastisch und in sehr langsamer Bewegung. Etwas heißeres Material geringerer Dichte an der Grenze zum Kern steigt auf, um nach Abkühlung mit höherer Dichte wieder abzusinken (Mantelkonvektion). Die Lavalampe veranschaulicht dieses Verhalten. Die Erdkruste und der oberste Bereich des Mantels bilden durchschnittlich 100 km dicke starre Lithosphärenplatten, die wie Eisschollen auf dem dichteren Mantelmaterial „schwimmen“. Angetrieben durch die Mantelkonvektion bewegen sich diese Platten mit ihren Kontinenten mit einer Geschwindigkeit von einigen cm pro Jahr. Dieses Konzept der Plattentektonik wurde bereits 1915 von Alfred Wegener entwickelt. Erst ab 1960 wurde diese Theorie durch die Entdeckung der Spreizung der Ozeanböden bestätigt.

Der Kreislauf der Gesteine

Der Kreislauf der Gesteine ist ein Zyklus, in dessen Verlauf Gesteine entstehen, Veränderungen erfahren und auf verschiedene Weisen wieder zerstört werden. Ein solcher Zyklus dauert etwa 200 Millionen Jahre. An auseinanderstrebenden Plattengrenzen entsteht durch Vulkanismus in den mittelozeanischen Rücken aus aufgeschmolzenem Mantelmaterial (Magma) neue Erdkruste. Bei der Kollision ozeanischer mit kontinentaler Kruste taucht erstere aufgrund ihrer höheren Dichte ab und wird wieder eingeschmolzen. Zugleich falten sich hier Gebirge auf, die ebenfalls vulkanisch durchsetzt sein können. Magmatische Gesteine können die Oberfläche erreichen (Vulkanite – z. B. Basalt) oder in der Kruste stecken bleiben (Plutonite – z. B. Granit). Unter Einfluss von Wind, Wasser, Eis, Temperatur-unterschieden oder chemischer Verwitterung wird Gestein zerstört (Erosion). Die Verwitterungsprodukte lagern sich ab, verfestigen sich (Diagenese) und bilden Sedimentgesteine (z. B. Sandsteine, Tonschiefer). Auch Lebewesen können (biogene) Sedimente aufbauen, z. B. Kohle oder Riffe/Karbonatgesteine aus Kalkbildnern. Geraten Gesteine bei Gebirgsbildung in größere Tiefe, so werden sie durch Druck und Temperatur umgewandelt (Metamorphose). Aus Kalkstein entsteht so „echter“ Marmor (wie z. B. Carrara). Der Lahnmarmor hat diesen Prozess nicht durchgemacht – hier handelt es sich um einen polierbaren „Massenkalk“.

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Das Felsenmeer im Lautertal

April 2022

Im Jahr 2002 wurde das Felsenmeer im Lautertal zum ersten Geotop des Jahres im Geo-Naturpark gewählt. Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald ist seit 2002 UNESCO Geopark und seit 2004 ebenfalls europäischer und globaler Geopark.Das Felsenmeer zählt jedes Jahr über 100.000 Besucher und ist ein schönes Naherholungsziel für Kinder und Erwachsene, um die Geologie und die kulturgeschichtliche Vergangenheit kennenzulernen.

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Die kristallinen Gesteine des Felsenmeers sind Zeugen des Zusammenstoßes zweier Urkontinente im Erdaltertum vor etwa 340 Millionen Jahren. Die „Quarzdiorite“ entstanden aus Gesteinsschmelzen, die sich infolge der Kollision bildeten und in der Erdkruste in etwa 12 km Tiefe erkalteten. Das ebenfalls bei dem Zusammenstoß der Kontinente entstandene „Variszische Gebirge“ wurde in der Folgezeit wieder abgetragen, wodurch die tief in der Erdkruste erkalteten Gesteine heute direkt an der Oberfläche liegen.

Ihre besondere rundliche Form – die Fachleute nennen sie „Wollsäcke“ – erhielten die Quarzdioritblöcke in der Tertiärzeit vor etwa 50 Millionen Jahren als in unserer Region Verwitterung unter subtropischem Klima herrschte. In den an der Oberfläche liegenden, zerklüfteten Gesteinskörper drangen saure Niederschläge ein, die eine tiefgründige Zersetzung der Gesteinsminerale bewirkten. So vergruste das Gestein von den Klüften ausgehend tiefgreifend, und nur rundlich geformte „Gesteinskerne“ blieben verschont.

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Die Andesitrose bei Freisen

März 2022

Eine Aktion zum 175. Geburtstag der DGGV im Jahre 2023!
Die Reise zu Deutschlands schönsten Geotopen – digital und dreidimensional – geht weiter:

Nahe des Ortes Freisen im äußersten Nordosten des Saarlands findet man im ehemaligen Steinbruch Hellerberg eine kugelförmige Gesteinsstruktur vulkanischen Ursprungs: die sogenannte Andesitrose.

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Der Steinbruch Hellerberg, und damit auch die Andesitrose, liegt im Saar-Nahe-Becken (SNB), einem spätvariszischen Intermontanbecken, welches den früheren Inselbogen der Mitteldeutschen Kristallinschwelle überlagert.

Als das stark empor gehobene Variszische Gebirge in einzelne Schollen zerfiel, entstanden synsedimentär „Rotliegendbecken“. Innerhalb des Gebirges und in seinen Vorländern kam es im frühen Perm zu störungsgebundenen Vertikalverschiebungen. Diese gliederten die Topografie der Landschaft in Höhenzüge sowie Becken, in denen sich Erosionsschutt ablagerte. Das Saar-Nahe-Becken enthält Sedimente mit insgesamt ca. 6500 m Mächtigkeit und unterlief vor 296 bis 293 Ma eine Phase intensiven Vulkanismus. Magmen fanden entlang von Störungen Wege, um aufzusteigen, wahrscheinlich kam es auch zu Erdbeben. Heute wird diese vulkanische Phase im Saar-Nahe-Becken durch das Auftreten von Intrusionen, Lavaströmen und pyroklastischen Ablagerungen belegt. Die Zusammensetzung dieser Ablagerungen reicht von Basalten über Andesite bis zu Rhyolithen und Trachyten. (von Seckendorff et al. 2004)

Stratigraphisch liegen die innerhalb des permo-karbonischen Saar-Nahe-Beckens (SNB) gebildeten Vulkanite zwischen der oberkarbonisch-prävulkanischen und der unterpermisch-postvulkanischen Sedimentabfolge. Früher wurde dieser Zeitabschnitt als Grenze zwischen Unter- und Oberrotliegend angenommen, sodass diese Ablagerungen als Grenzlager bezeichnet wurden. Zeitlich sind die Vulkanite auf den Bereich der Karbon-Perm-Grenze einzuordnen. Daher werden die Vulkanite heute eher als basaler Profilteil des Rotliegend angesehen. (Werner et al. 2003)

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Die Korbacher Spalte

Februar 2022

Die Fossilfundstätte „Korbacher Spalte“ ist neben der UNESCO-Welterbe Stätte „Grube Messel“ bei Darmstadt das bedeutendste paläontologische Bodendenkmal Hessens. Die Funde der ältesten, fossilführenden Spaltenfüllung Europas markieren die evolutionäre Anfangsphase der Säugetier-Entwicklung im Erdzeitalter des Perm. Besonders hervorzuheben ist der Fund eines Unterkiefer-Fragmentes der zur Unterordnung der Cynodontier („Hundezähner“) zählenden Gattung Procynosuchus. Aus dieser Gruppe entwickelten sich im Laufe der Trias die Säugetiere. Die 12 m tiefe und ca. 3,8 m breite Spalte im Kalkstein entstand vor ca. 255 Millionen Jahren im Oberperm (Zechstein) durch ein Erdbeben und wurde im Zuge des Kalksteinabbaus im Jahr 1964 freigelegt. …

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Entdeckungsgeschichte

Die Entdeckung der „Korbacher Spalte“ wurde durch den bis in die 1970er Jahre währenden Kalksteinabbau am südlichen Rand der Kreis- und Hansestadt Korbach (Landkreis Waldeck-Frankenberg) ermöglicht. In dem dortigen, jetzt stillgelegten Steinbruch „Fisseler“ fand der Landesgeologe Dr. Jens Kulick 1964 während der geologischen Landesaufnahme zur geologischen Karte GK25 Korbach im Profil der westlichen Steinbruchwand eine Spalte vor, deren Füllung aus tonigem Schluffstein zahlreiche fossile Knochenreste enthielt. Kulick beschrieb bis fünf Zentimeter große Knochen-Fragmente und stellte die Funde zeitlich zunächst ins eiszeitliche „Mittel- oder Altpleistozän“ (Kulick, 1968). Eines der Fundstücke, ein Unterkiefer-Fragment mit gut erhaltener Bezahnung, wurde im Institut für Geowissenschaften der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz mit Hilfe verbesserter Konservierungs- und Präparationstechnik eindeutig der oberpermischen Gattung Procynosuchus zugeordnet– einem Reptil, das bereits Säugetier-Merkmale aufweist und bis dato nur aus afrikanischen Fundstätten bekannt war (Sues & Boy, 1988). Zwischenzeitlich gefährdeten Bauschuttablagerungen die Korbacher Fundstätte. Daraufhin verkündete das hessische Umweltministerium im Juni 1991, dass das Hessische Landesamt für Bodenforschung (jetzt: Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie) ein „umfassendes Schutzkonzept“ erstellen werde. Weiter hieß es: Die Bedeutung der Korbacher Funde sei „ebenso groß wie die der Funde aus Messel und Solnhofen (Bayern)“. Die erste Forschungsgrabung in der Spalte fand unter der Leitung von Dr. Eberhard Frey (Naturkunde-Museum Karlsruhe) sowie Prof. Dr. Hans-Dieter Sues (Smithsonian Institution/ National Museum of Natural History in Washington/ USA) und mit technischer Unterstützung von Wolfgang Munk (Karlsruhe) sowie des örtlichen Spezialisten für Zechstein-Fossilien, Hartmut Kaufmann, im Juli 1991 statt. Finanziell unterstützt wurde die erste Grabung von der National Geographic Society (Washington).

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Die Korbacher Spalte 30 Geotope 3D
Geopark Ries_Lindle, Heinz Hubel

Das Nördlinger Ries – Steinbruch Aumühle

Januar 2022

Eine Aktion zum 175. Geburtstag der DGGV im Jahre 2023!
Die Reise zu Deutschlands schönsten Geotopen – digital und dreidimensional – geht weiter: Vor etwa 15 Millionen Jahren kollidierte ein über ein Kilometer großer Asteroid mit der Erde und schlug im heutigen Süddeutschland ein. Es entstand ein 25 Kilometer großer Krater, der noch heute erhalten ist: das Nördlinger Ries.

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Der Rieskrater ist einer der am besten erhaltenen und am besten untersuchten Impakt-Krater der Erde. Anfang der 1960er Jahre wurde nachgewiesen, dass der Krater durch den Einschlag eines Asteroiden entstand (Shoemaker & Chao, 1961) und nicht, wie vorher angenommen, durch einen Vulkan. Seit dieser Zeit wird intensiv an den Gesteinen im und um das Ries geforscht. Wissenschaftler und Studierende aus der ganzen Welt kommen wegen des Kraters und seiner Gesteine hierher.

Unweit des Rieskraters gibt es einen weiteren Meteoritenkrater: das Steinheimer Becken (Abb. 1). Dieses wird aufgrund seiner geringeren Größe von knapp vier Kilometer und seiner etwa zeitgleichen Entstehung mit dem Rieskrater auch als kleine Schwester des Rieskraters bezeichnet.

Der Rieskrater ist touristisch gut erschlossen. Auf Wander- und Radwegen, Geo-Lehrpfaden und in beschilderten Geotopen können Interessierte den Krater erkunden. In der historischen Altstadt von Nördlingen bietet das RiesKraterMuseum die Möglichkeit, mehr über die kosmische Katastrophe zu erfahren. Die Region ist ein Nationaler Geopark.

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Der Schneckenstein

Dezember 2021

Der Topasfelsen Schneckenstein ist ein markanter Felsen im gleichnamigen Muldenhammer-Ortsteil Schneckenstein. Mit einer Höhe von rund 23 Metern ragt er oberirdisch im sonst weitestgehend felsfreien Gebiet empor. Im Oberen Vogtland ist der Schneckenstein mit 883 Metern ü. N.N. einer der höchsten Erhebungen.

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Der Topasfelsen ist Bestandteil der Topaswelt Schneckenstein und bildet mit dem im Vogtländisch – Böhmischen Mineralienzentrun befindlichen Topaszimmer das Alleinstellungsmerkmal dieser Einrichtung. Der Felsen ist touristisch an den Felsenweg 4 angeschlossen und einer der bekanntesten Geotope im Geo-Umweltpark Vogtland.

Aufgrund der Gewährleistung des Schutzes des Felsens und der historischen Halde ist der Topasfelsen umfriedet und kann im Rahmen der Öffnungszeiten der Einrichtung besichtigt und erklommen werden.

Seit 05. November 1938 ist der Topasfelsen Naturdenkmal und ist im sächsischen Geotopkataster unter der Nummer 259 geführt. Am 8. August 2019 erhielt der Topasfelsen das Prädikat „Nationaler Geotop“. Neben der geologischen Bedeutung weist der Schneckenstein weitere wichtige kultur-, kunst-, montan- und wissenschaftshistorische Beladungen auf. Diese sind Bestandteil aktueller Forschungen. Der Topasfelsen ist Teil eines gemeinsamen geologischen Forschungsprojektes der Topaswelt Schneckenstein, der TU Bergakademie Freiberg und des Geo-Umweltparks Vogtland.

Geologie

Die Erhebung des Schneckenstein-Felsens befindet sich aus geologischer Sicht im westlichen Exokontakt-Bereich des Eibenstocker Granitmassives (Intrusion vor ca. 320 bis 315 Millionen Jahren vor heute) in kontaktmetamorph veränderten Phylliten (Eduktalter: Ordovizium) und wurde bereits von Charpentier (1778) und Werner (1787) als petrographische Besonderheit beschrieben. Der etwa 23 m hohe Schneckenstein-Felsen (883 m ü. NN) bildet den Erosionsrest einer schlotförmigen Quarz-Topas(-Turmalin)-Kontaktschiefer-Brekzie, die genetisch als magmatische Explosionsbrekzie interpretiert wird (Seifert, 2008; und weitere Referenzen) und Topase enthält, die zum Teil Edelsteinqualität aufweisen und deren Erhaltungszustand vermutlich im Weltmaßstab einzigartig ist. Die „Schneckenstein-Brekzie“ und weitere Brekzien gleicher Entstehung sind metallogenetisch eng mit der Bildung von Zinn- und Wolfram-Lagerstätten (Erzgänge, Kontakt- und Intragranit-Greisen) in den Selen-Wolfram-Revieren Tannenberg-Mühlleithen und Gottesberg verbunden (Baumann, Kuschka & Seifert, 2000; Seifert, 2008 und weitere Referenzen). Die magmatische Entwicklung der spätvariszischen Granit-/Mikrogranit-/Rhyolith-/Explosionbrekzien-Assoziation und der mit ihr verbundenen Selen-Wolfram-Mineralisationen zeigen räumliche und zeitliche Beziehungen zu lamprophyrischen Ganggesteinen (Seifert, 2008). Aktuell ist die zeitliche und stoffliche Beziehung der spät-Variszischen magmatischen Entwicklung Gegenstand weiterer mineralogischer und geochemischer Untersuchungen und von Altersdatierungen in Kooperation mit dem Vogtländisch-Böhmischen Mineralienzentrum Schneckenstein und dem Besucherbergwerk „Grube Tannenberg“.
Siehe auch unter Facebook

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familienschacht 30 Geotope 3D

Zum Familienschacht

November 2021

Eine Aktion zum 175. Geburtstag der DGGV im Jahre 2023!
Die Reise zu Deutschlands schönsten Geotopen – digital und dreidimensional – geht weiter: Unser neustes Geotop der 30 Geotope³-Serie zieht uns zu einem bergbauhistorischen Ort nach Sachsen, in dem schon Alexander von Humboldt verweilte: Zum Familienschacht.

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Unterhalb der Stadt Freiberg in Sachsen befindet sich ein großes Stollen-System aus dem 18. Jahrhundert. Bei Bauarbeiten am Untermarkt kam 2018 der sog. Familienschacht zu Tage, der zum Abbau von Silber genutzt wurde. Durch den Besuch von Alexander von Humboldt wird der Familienschacht auch als Humboldt-Schacht bezeichnet. Aus Sicherheitsgründen ist das Bergwerk nicht begehbar. Um es dennoch erlebbar zu machen, wurde ein 3D-Modell erstellt.

Das Bergwerk, zu dem der Schacht gehört, wurde erst 2018 bei Sanierungsarbeiten mitten in der Stadt Freiberg entdeckt. Da dieser nicht für die Öffentlichkeit begehbar gemacht werden kann, ist das Bergwerk jetzt Dank der TU Bergakademie Freiberg in Teilen als 3D-Modell verfügbar. Und was genau Humboldt damit zu tun hat, findet ihr unter

Mehr erfahren >>> https://digitalgeology.de

TU-Bergakademie Freiberg & Deutsche Geologische Gesellschaft – Geologische Vereinigung e.V. – DGGV

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Dinosaurierspuren im Obernkirchener Sandstein (Niedersachsen)

Oktober 2021

In einigen Schichten des Obernkirchener Sandsteins findet man zahlreiche Fußspuren unterschiedlichster Dinosaurier. Vor ungefähr 140 Ma lebten hier sowohl Raubdinosaurier als auch Pflanzenfresser. Teile der spurenführenden Schichten sind in der Nähe des Ortes Obernkirchen öffentlich zugänglich und geben Einblicke in das Leben dieser Tiere.

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Zeiten ändern sich

In der frühen Kreidezeit sah die Welt noch ganz anders aus: weite Teile Europas standen unter Wasser und somit glich es eher einem Inselarchipel. Das Alter der Obernkirchener Dinosaurierspuren ist relativ gut bekannt, denn die Sedimentgesteine, in welchen sie erhalten sind, bergen auch den fossilen Muschelkrebs Cypridea alta formosa. Durch das Vorhandensein dieses Krebstieres konnten die Spuren zeitlich eingeordnet werden – sie sind ungefähr 140 Ma alt.

Die Tiere lebten in einer Landschaft von küstennahen Sümpfen, Lagunen und Flussdeltas. Außerdem gab es eine Landbarriere zum Niedersächsischen Becken hin, welches damals noch ein riesiger Binnensee war, der sich aus den heutigen Niederlanden bis nach Braunschweig erstreckte und im Süden von einem Hochgebiet, dem Rheinischen Massiv, begrenzt wurde (Abb. 1) . Aus dem Rheinischen Massiv wurden Verwitterungsprodukte nach Norden geschüttet. Diese bilden die Grundlage für die Ablagerung des Obernkirchener Sandsteins.

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Obernkirchen Theropoden 30 Geotope 3D
Der Piesberg 30 Geotope 3D

Der Piesberg

September 2021

Durch intensiven Bergbau seit dem Mittelalter ist der Piesberg im Osnabrücker Bergland zwischen Wiehengebirge im Norden und Teutoburger Wald im Süden ausgehöhlt, wie ein hohler Backenzahn. Durch seine Pflanzen- und Insekten-Fossilien in ca. 310-305 Mio. Jahre alten Ablagerungen ist er international berühmt und stellt durch fortwährenden Abbau von quarzitischen Sandsteinen einen der größten Steinbruchstandorte Europas dar. Als nationales Geotop ist der Piesberg von übergeordneter Bedeutung, und Stadt und Landkreis Osnabrück sowie der UNESCO Geopark TERRA.vita bewahren sein geologisches Erbe. …

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Geologischer Überblick

Der Piesberg, eine Erhebung nördlich der niedersächsischen Stadt Osnabrück liegt im Bereich der Osning Scholle (Abb. 1), die zwischen der Osning-Störungszone bis zum Wiehengebirge eine Hochscholle südlich des Niedersachsen-Beckens bildet (Drozdzewski & Dölling, 2018). Im Bereich dieser Hochscholle kam es ab der Oberkreide infolge der Fernwirkung der Pyrenäen-Entstehung zur Ausbildung von Aufschiebungszonen und Nordwest-Südost-streichenden Faltenstrukturen, die sich besonders eindrucksvoll im Piesberg zeigen, wo sich eine Sattelstruktur herausbildete, die im Osten von einer etwa Nord-Süd-streichenden Querstörung mit ca. 600 m Versatz (Abb. 1, 2 und 3) abgeschnitten wird.

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Die Ofenkaulen

August 2021

Diesen Monat führt das 30Geotope³-Projekt ins Siebengebirge bei Bonn. Als erstes Untergrundmodell präsentieren wir den Ofenkaulberg in Nordrhein-Westfalen. Vulkanische Ausbrüche sorgten vor ca. 25 Millionen Jahren für die Entstehung des anstehenden Gesteins – dem Trachyttuff.

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Sie belegen den Beginn der vulkanischen Aktivitäten im Siebengebirge. Das Einsinken der Niederrheinischen Bucht steht damit im Zusammenhang. Unterirdische Stollensysteme zeugen von einer Jahrhunderte andauernden montanhistorischen Geschichte und von Rüstungsproduktion im Zweiten Weltkrieg. Die einsturzgefährdeten Stollen sind aus Sicherheitsgründen heute verschlossen. Mit Hilfe moderner Technik können sie aber der Öffentlichkeit hier dreidimensional zugänglich gemacht werden. Ausführlichere Einblicke erlaubt eine Sonderausstellung im Siebengebirgsmuseum der Stadt Königswinter. Mehr Infos und 3D-Modelle unter digitalgeology.de.

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Die Externsteine

Juli 2021

Die Externsteine sind eine Gruppe steil stehender Felsen im Teutoburger Wald. Entstanden sind die Felsen vor vielen Millionen Jahren in der Kreidezeit als Ablagerungen in einem Meer. Spannungen in der Erdkruste führten dazu, dass sie gehoben und verstellt wurden. Die Externsteine werden schon seit Jahrhunderten von Menschen besucht, teilweise nutzen sie diese als Kultstätte. Die Felsen sind über die Jahrtausende von Menschen verändert worden. Neben Brücke und Treppen gibt es künstliche Höhlen und Reliefbilder. …

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Die mystischen Externsteine

Bei den imposanten Externsteinen im Teutoburger Wald handelt es sich um insgesamt 13 zerfurchte bis zu 40 Meter hoch aufragende Sandsteinfelsen (Welle, 2020). Das einzigartige Natur- und Kulturdenkmal bei Horn-Bad Meinberg ist wegen der landschaftlich schönen Kulisse, aber auch aufgrund zahlreicher Mythen ein beliebtes Ausflugsziel (Linde, 2019).

Die Externsteine befinden sich in einem 127 ha großen Naturschutzgebiet, zudem stehen die Felsen unter Bodendenkmalschutz. Schon 1813 wurde der durch die Felsen verlaufende alte Fernweg befestigt und als Straße ausgebaut. Von 1912 bis 1953 verkehrte eine Straßenbahn durch diese Lücke in den Felsen, zunächst im Pendelbetrieb und später nur unregelmäßig und zu touristischen Zwecken. Bereits 1940 wurde das Areal zum Erholungsgebiet erklärt. Seit 2005 ist das Gebiet Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet und seit 2006 sind die Externsteine als Nationaler Geotop ausgezeichnet. Jährlich besuchen zwischen einer halben und einer Million Menschen die Externsteine.

An vielen Stellen zeigen die Felsen anthropogene Bearbeitung. Es gibt gemeißelte Steinreliefs, in den Fels eingearbeitete Treppenaufgänge und Grotten. Einige der Felsen sind über Treppen und Brücken begehbar. Die baulichen Anlagen an den Externsteinen werden von der Wissenschaft mehrheitlich als Relikte des christlichen Mittelalters gedeutet (Linde, 2019). In den 1920er- und 1930er-Jahren wurden die Externsteine allerdings von völkischer und nationalsozialistischer Seite als vorchristliche Kultstätte propagiert. Der Ort zieht aber auch esoterisch und neuheidnisch orientierte Menschen an, die nicht dem rechten Spektrum zugeordnet werden (Linde, 2019).

Aus geologischer Sicht sind die senkrecht aufgestellten Sandsteinschichten ein außergewöhnliches Naturdenkmal. Die Entstehung und Bedeutung dieser besonderen Felsformation wird im nahegelegenen Info-Zentrum modern und gut aufbereitet dargestellt.

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Die Liether Kalkgrube

Juni 2021

Die Liether Kalkgrube in Schleswig-Holstein ermöglicht es, einen Salzstock von innen zu betrachten. Dieser wird aus salzhaltigen Gesteinsabfolgen der beiden Untereinheiten des Perms (Rotliegend und Zechstein) gebildet. Sie sind aus einer Tiefe von mindestens sechs Kilometer bis an die Erdoberfläche aufgestiegen. Salzig schmeckende Gesteine wird man in der Kalkgrube jedoch nicht finden, denn das Salz wurde im Kontakt mit Grundwasser gelöst und abtransportiert. Ein lockeres Substrat, die so gennannte „Liether Kalkasche“, blieb als Lösungsrückstand zurück. Dieses wurde abgebaut und als Dünger landwirtschaftlich genutzt. Infolgedessen entstand die Grube. …

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Wo ist es in Deutschland möglich, an der Erdoberfläche durch das Innere eines Salzstockes zu streifen, dessen Gesteine in früheren Zeiten in mehreren Kilometern Tiefe verborgen waren? Die Liether Kalkgrube bei Elmshorn im Südwesten Schleswig-Holsteins bietet dem Besucher diese Möglichkeit. In dieser Grube wurde seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis 1991 sogenannte Kalkasche abgebaut, die als Dünger verwendet wurde. Die Kalkgrube steht seit 1991 unter Naturschutz, wurde 2006 in die Liste nationaler Geotope aufgenommen und ist ganzjährig für Besucher zugänglich. Die Grubensohle liegt bis zu 18 m unter dem Meeresspiegel, weswegen die Grube permanent künstlich entwässert wird.

Die Kalkgrube erschließt den oberen Teil des Elmshorner Salzstockes, der aus Sedimentgesteinen des Perms besteht. Diese Gesteine sind nicht nur die ältesten, die in Schleswig-Holstein an der Erdoberfläche aufgeschlossenen sind, sondern enthalten auch die Grenze zwischen den zwei großen Gruppen des Perms, dem Rotliegend und dem Zechstein. Zur Zeit des Rotliegend befanden sich die permischen Gesteine Norddeutschlands ungefähr auf der geographischen Breite der heutigen Sahara. Das entsprechend heiß-trockene Wüstenklima führte zu hoher Verdunstung in einer flachen kontinentalen Senke, in das Material der südlich gelegenen Varisziden, einem Kollisionsgebirge, eingetragen wurde. Aufgrund der großen Entfernung zu diesem Gebirge und hohen Verdunstung besteht das Rotliegend überwiegend aus einem Salzton mit Gipseinschaltungen (Gagel, 1925; Ernst, 1931; Prange, 1993).

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Die Liether Kalkgrube 30 Geotope 3D
Saarschleife 30 Geotope 3D

Die Saarschleife bei Mettlach

Mai 2021

Die Saarschleife bei Mettlach ist eine große Flussschleife. Sie ist landschaftlich wunderschön und kann am besten vom Aussichtspunkt „Cloef“ besichtigt werden. Der Fluss Saar entstand vor etwa 23 Millionen Jahren mit einem gewundenen Verlauf und tiefte sich in den Untergrund ein. Mit zunehmender Eintiefung wurde in mehreren Millionen Jahren das unterlagernde ältere und härtere Gestein erreicht.

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Das kleinste Bundesland Deutschlands (ohne Stadtstaaten) hat seinen Namen einem Fluss zu verdanken – der Saar. Die Saar ist der längste Nebenfluss der Mosel und fließt 240 km durch Nordostfrankreich und Südwestdeutschland. An der Saar sind unzählige Flussschleifen, auch Mäander genannt, zu bewundern. Alle wurden im Wesentlichen durch Wasserkraft und Erosion erschaffen.

Die große Saarschleife bei Mettlach ist das Wahrzeichen des Saarlandes und international bekannt. Sie ist auch aufgrund der komplexen geologischen Prozesse, die schon vor vielen Millionen Jahren die Grundlage für die Entstehung dieses faszinierenden Geotops schufen, absolut einzigartig. Zudem liegt die ausladende Flussbiegung landschaftlich wunderschön und gilt als außergewöhnliche Sehenswürdigkeit. Schon Friedrich Wilhelm der IV., König von Preußen, besuchte 1856 mit Königin Elisabeth die Saarschleife bei Mettlach. Es wurde berichtet, dass „Allerhöchstderselbe ganz entzückt waren über die herrliche Aussicht, die sich vor Seinen Blicken entfaltete” (Dadder, 2020). Die Aussichtsplattform auf dem Prallhang, von welcher der König die Aussicht auf die Saarschleife genoss, besteht bis heute und wird auch die „Cloef“ genannt (Abb. 1). Der Begriff geht entweder auf ein keltisches Wort für „steiles Tal“ zurück oder ist an den Namen des Herrschergeschlechts der Clefmont angelehnt, deren Nachfolger im Mittelalter hier herrschten. Dann käme „Cloef“ vom französischen „clé“ für Schlüssel, den sie in ihrem Wappen abgebildet hatten (Dadder, 2020). Neben dem Aussichtspunkt „Cloef“ besteht zudem seit 2016 ein 42 Meter hoher Aussichtsturm an der Saarschleife mit angegliedertem Baumwipfelpfad, der Besuchern eine Vogelperspektive auf die Saarschleife ermöglicht (siehe auch Abb. 3) (baumwipfelpfade.de).

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Rügen, Kreideküste (Mecklenburg-Vorpommern)

April 2021

Die berühmte weiße Kreideküste auf der Insel Rügen besteht aus Kalkmergeln der Kreidezeit. Sie wurden vor ungefähr 70 Millionen Jahren in einem kühlen Flachmeer gebildet und bestehen zum größten Teil aus mikroskopisch kleinen Kalkplättchen, mit denen sich einzellige Algen (Coccolithen) umgaben. Während der letzten Eiszeit wurden die Kreidekalke zusammen mit den auf ihnen abgelagerten Gletschersedimenten durch die Gletscher zusammengedrückt und in Schuppen zerlegt, die dachziegelartig aufeinander geschoben und verfaltet wurden. …

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Die Rügener Kreideküste befindet sich im kleinsten Nationalpark Deutschlands, dem Nationalpark Jasmund. Er wurde 1990 vor allem auf Betreiben des Alternativen Nobelpreisträgers (1997) Prof. Michael Succow aus Greifswald und seinen Mitstreitern Hans Dieter Knapp, Lutz Reichhoff, Matthias Freude und Lebrecht Jeschke eingerichtet. Der facettenreiche Nationalpark mit seiner imposanten Kreideküste ist für viele ein beliebtes Ausflugsziel. Darüber hinaus ist die Region heute wie damals ein Ort der Inspiration in Literatur und Kunst. Eines der bekanntesten Werke ist das Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“ (Abb. 1) von Caspar David Friedrich (1774-1840). Die Zinnen, die Friedrich 1818 malte, würden wir heute aber mit hoher Wahrscheinlichkeit in dieser Form nicht mehr antreffen. Insbesondere die Wissower Klinken sind ein Symbol für die natürliche Veränderlichkeit und die Geogefahren an den norddeutschen Steilküsten geworden. Im Jahr 2005 (GHK 10) verlor Rügens Kreideküste mit dem Abbruch der Wissower Klinken eines seiner wichtigsten Wahrzeichen. Auch wenn die Wissower Klinken nicht mehr als die ursprünglichen Zinnen zu sehen sind, bleiben sie ein Besuchermagnet und wichtiger Gegenstand geowissenschaftlicher Untersuchungen.

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Der Dohlenstein

März 2021

Der Dohlenstein ist ein riesiger Bergsturz im Saaletal, der seit 1740 immer wieder in Bewegung ist. Die größten Rutschungen haben sogar den Verlauf der Saale verändert. Gesteine des Muschelkalks liegen hier auf Einheiten des Buntsandsteins. Die obersten Schichten des Buntsandsteins bestehen aus Tonsteinen. Dort staut sich das Wasser im Gebirge und es entsteht eine Gleitbahn. Auf dieser Rutschfläche gleiten die darüberliegenden Gesteine in Richtung Tal und bilden eine große Schutthalde. Die Abrißkante ist schon von weitem als leuchtend weiße, senkrechte Felswand zu sehen. …

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Bereist man das liebliche Saaletal zwischen Rudolstadt und Jena, so kann man unmöglich den Dohlenstein übersehen. Auf der rechten Saaleseite gegenüber der Stadt Kahla gelegen, steht der Berg 200 m hoch über dem Tal. Anstelle der sonst hier vorherrschenden, eher sanften Hügel, erblickt man eine leuchtendweiße senkrechte Felswand am obersten Teil des Berges. Deutlich treten die nahezu horizontalen Schichten hervor. Darunter sieht man mächtige Schuttmassen und es wird sofort klar, dass es sich hier um einen riesigen Bergsturz handelt. Mit der über dem Dohlenstein thronenden Leuchtenburg – der „Königin des Saaletales“ – ist dies einer der spektakulärsten Anblicke, den das mittlere Saaletal zu bieten hat. Doch nicht nur der Bergsturz selbst ist bemerkenswert, auch die geologischen Zusammenhänge sind überraschend.

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Der Teufelstisch

Februar 2021

Als erstes Geotop präsentieren wir den Teufelstisch in Rheinland-Pfalz. Dieser besteht aus triassischen Sandsteinen (Buntsandstein, 252,5-246 Mio. Jahre vor heute), die im Paläogen (etwa 48 Millionen Jahre vor heute) gehoben und erodiert wurden.

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Durch die unterschiedliche Resistenz der einzelnen Schichten gegenüber der Erosion blieb der Teufelstisch als solcher bestehen. Eine ausführliche Beschreibung, weitere Impressionen und das 3D-Modell gibt es auf www.digitalgeology.de.

Anlässlich des 175-jährigen Bestehens der Deutsche Geologische Gesellschaft – Geologische Vereinigung e.V. – DGGV im Jahr 2023 soll das Projekt 30 Geotope³ den Brückenschlag zwischen klassischer und moderner Geologie zeigen. Die Präsentation der optisch ansprechendsten und wissenschaftshistorisch bedeutendsten Aufschlüsse erfolgt monatlich auf www.digitalgeology.de.

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Kontakt

Deutsche Geologische Gesellschaft – Geologische Vereinigung e. V. (DGGV)

Geschäftsstelle Berlin
Rhinstraße 84
12681 Berlin

Ansprechpartnerin

Frau Lara Müller-Ruhe
Tel. 030-509 640 48