Rohstoffgewinnung geht mit einer mehr oder minder massiven Veränderung der Landschaft und den natürlichen Verhältnissen einher. Die für unseren Alltag notwendige Entnahme von Ressourcen beeinflusst nahezu alle Aspekte des Naturhaushaltes: Wasser, Boden, Flora und Fauna. Aus geowissenschaftlicher und geoökologischer Sicht betrifft das insbesondere die sogenannten Polder im Ruhrgebiet; Areale, die durch den Steinkohleabbau erhebliche Bergsenkungen erfahren haben und heute kontinuierlich entwässert werden müssen.
Im Projekt „MuSE - Multisensor-Geomonitoring zur Optimierung der nachbergbaulichen Wasserhaltung“ sollen für solche Gebiete Konzepte entwickelt werden, nach denen die Wasserhaltung möglicherweise optimiert werden kann. Ziel ist es, Ideen zu entwickeln, das Polderwasser bspw. in Dürreperioden sinnvoll in Land- und Forstwirtschaft zu nutzen oder den Polder bei Starkregenereignissen vielleicht sogar als Pufferspeicher einsetzen zu können, um zu erwartende Schäden zu verhindern.
Um ein Prozessverständnis aufzubauen, gehen die Geowissenschaftler:innen des FZN dreistufig vor: Neben den klassischen geowissenschaftlichen Ansätzen über die Geologie, den Boden, die Vegetation und Wetterparameter (in situ-Komponente) sollen letztlich Bewertungen auf Basis von Satellitendaten (Sentinel 1 und 2) eine flächenhafte Aussage erlauben. Zur besseren Interpretation dieser Daten werden hochauflösende Multispektraldrohnen eingesetzt, um mögliche Wasser- und Vegetationsindizes abbilden und mit dem Satellitensegment vergleichen zu können. Beispielhaft stellt der Vortrag die kombinierten Ansätze einer Sensordatenfusion aus In situ-Messkomponenten, einer Ground Trouthing-Ebene aus UAV-gestützten Sensoren und (bislang noch eingeschränkt) dem Satellitensegment mit einer Konzentration auf die ersten Beiden Aspekte vor.
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