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Von Bernd Freytag
Wintershall und Equinor wollen deutsche Treibhausgase via Pipeline direkt nach Norwegen bringen. Das Projekt wäre ein Meilenstein der Energiewende.

Nicht alle Treibhausgase lassen sich vermeiden. Wenn etwa Zement, Glas oder Aluminium hergestellt werden, entweicht unweigerlich das in den Rohstoffen gebundene Kohlendioxid. Wenn die Industrie dennoch auf absehbare Zeit „klimaneutral“ produzieren soll, bleibt nach heutigem Wissensstand nur eines: diese Treibhausgase abscheiden und dauerhaft lagern. Am besten in ausgebeuteten Erdgas- oder Ölfeldern unter dem Meer.

CCS – Carbon Capture and Storage – heißt die Technik. Und selbst der Weltklimarat geht davon aus, dass es ohne sie keine klimaneutrale Wirtschaft geben kann. Im Energiewendeland Deutschland ist CCS allerdings bis auf Versuchsanlagen verboten. Angst vor Leckagen, vor Erdbewegungen oder dem Freisetzen von Schadstoffen im Untergrund haben mehrfach zu Bürgerprotesten und dem Stopp von Versuchsanlagen geführt. Dabei emittiert kein Land in Europa mehr Kohlendioxid als Deutschland.

Aus diesem Dilemma versuchen nun der deutsche Energiekonzern Wintershall Dea und der norwegische Energieriese Equinor ein Geschäft zu beiderseitigem Nutzen zu machen. Die Vision: das Land mit dem größten Kohlendioxidausstoß mit dem potentiell größten Speicherland in Europa via Pipeline zu verbinden. Mehr erfahren…