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Gletscher bedecken rund 10 Prozent der Erdoberfläche und gelten als wichtige Süßwasserressourcen. Durch den Klimawandel könnten immer mehr, bislang im Eis eingesperrte und potenziell gefährliche Mikroorganismen freigesetzt werden.

Von Marina Weishaupt  Veröffentlicht am 15. Juli 2022

Die Gletscherschmelze ist im vollen Gange. Weltweit schrumpfen die Eismassen nahezu im Eiltempo dahin. Gefährliche Gletscherbrüche wie zuletzt an der Marmolata in Italien oder schwindende Trinkwasserreserven können die Folge sein. Auch im Hochland von Tibet sieht die Zukunft der Gletscher durch die globale Erwärmung düster aus. Wegen ihrer geografischen Lage gilt die Region als die größte von Gletschereis bedeckte Fläche in niedrigen Breiten – und ist besonders stark von der Gletscherschmelze betroffen. Seit den Siebzigerjahren verlieren ihre eisigen Riesen jährlich rund 130 km² an Größe.

Forschende der Chinesischen Akademie der Wissenschaften warnen nun vor einer potenziellen zusätzlichen Gefahr: Bakterien, die aus dem zurückgehenden Eis befreit werden, könnten schwerwiegende gesundheitliche Folgen für die Bevölkerung hervorrufen.

Unbekannte Mikroorganismen aus dem Eis

„Trotz extremer Umweltbedingungen wie niedriger Temperatur, hoher Sonneneinstrahlung, Zyklen mit periodischen Frost-Tau-Wechseln und Nährstofflimitierung beherbergen die Oberflächen von Gletschern ein vielfältiges Spektrum an Leben“, so die Forschenden um Yongqin Liu. Darunter seien beispielsweise Bakterien, Algen oder Pilze, die sich im gefrorenen Wasser oder darauf angesammelten Ablagerungen tummeln. Um diese rauen und lebensfeindlichen Ökosysteme besser zu verstehen, entnahmen sie zwischen 2006 und 2020 Proben aus dem Eis und Schnee von 21 tibetischen Gletschern. Mehr erfahren…