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Neue BGR-Studien: Gold aus dem Kleinbergbau – neue Technologie erhöht Transparenz in der Lieferkette

By 29. März 2019Juli 6th, 2022No Comments

Weltweit arbeiten in Entwicklungsländern 10 bis 20 Millionen Menschen im Kleinbergbau auf Gold. Der Bergbau ist für diese Menschen und ihre Familien die Lebensgrundlage – verbunden mit prekären Arbeitsbedingungen und großen Umweltrisiken. Nirgendwo wird dies deutlicher als in der Demokratischen Republik Kongo. Hier fördern im Kleinbergbau etwa 230.000 Menschen jährlich Gold im Wert von mehr als 540 Millionen US Dollar. Das Geld ernährt nicht nur die Bergleute, sondern füllt auch die Taschen von bewaffneten Gruppen, die Teile des Kleinbergbaus und des Handels kontrollieren. Die Folgen sind der Verlust von staatlicher Kontrolle und schwerste Menschenrechtsverletzungen. 99% des Goldes aus der kongolesischen Kleinbergbauförderung wurden 2018 außer Landes geschmuggelt. Aufgrund mangelnder Kontrollen fehlt es an der nötigen Transparenz in den Lieferketten, was den Bezug von fair vor Ort produziertem Gold durch internationale Konsumenten massiv erschwert.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) berichtet jetzt in einer neuen Studie mit dem Titel „Traceability in Artisanal Gold Supply Chains in the Democratic Republic of the Congo“ über Erkenntnisse aus einem Pilotprojekt im Ostkongo, in dem ein neuartiges System zur elektronischen Nachverfolgung von Gold-Lieferketten getestet wurde. Das Vorhaben wurde innerhalb des langjährigen Kooperationsprogramms der BGR in der DR Kongo im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) realisiert. Ein wichtiges Ziel des Programms ist es, verantwortungsvolle und transparente Rohstofflieferketten zu fördern, um die international eingeforderte Sorgfaltspflicht zu erfüllen, die inzwischen auch eine EU-Verordnung vorschreibt.

Die Nachverfolgbarkeit von Gold aus dem Kleinbergbau ist ein wesentlicher Faktor, um gezielt eine gute Abbaupraxis zu unterstützen und zur Sorgfaltspflicht in der Lieferkette beizutragen. In dem Pilotprojekt im Kongo wurden dazu über einen Zeitraum von sieben Monaten hinweg über 100 Transaktionen registriert, bei denen insgesamt 5 Kilogramm Gold gehandelt wurden. Überprüft wurden Goldverkäufe zwischen Bergbaukooperativen, Zwischenhändlern und Exporteuren. Die Details der Transaktionen wurden in einer zentralen Datenbank erfasst, die unter anderem Auskunft gibt zu Menge, Preis, Transportwegen und den einzelnen am Goldhandel beteiligten Personen. „Mit dem Pilotprojekt ist es uns gemeinsam mit unseren kongolesischen Partnerorganisationen gelungen, die Machbarkeit eines elektronischen Systems zur Kontrolle von Goldlieferketten trotz schwieriger lokaler Bedingungen zu demonstrieren und somit Ansatzpunkte für weitere Entwicklungen im nationalen Maßstab zu schaffen“, erklärt Dr. Bali Barume, leitender Mitarbeiter der BGR im Ostkongo.
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